Kinder im Fluss

Kinder im Fluss

Einige Kinder baden im Fluss, der durch ein kleines Dorf fließt. Sie sind noch nicht alt und baden nackt. Eine alte Dame beschwert sich telefonisch bei der Polizei. Die Polizei kommt zu der alten Dame und lässt sich die Situation schildern, gemeinsam gehen die Dame und der Polizist zum Fenster der Wohnung der Dame:

„Sehen Sie, da sind sie! Die baden …. nackt!“

„Ja“, sagt der Polizist zu der netten Dame, „so geht das nicht, wenn Sie das stört. Keine Sorge, ich werde mit den Kindern reden.“

„Ach, das ist aber schön, dass Sie das machen, Herr Wachtmeister. Vielen Dank!“

Der Polizist geht, lächelt ein wenig, er ist ja selbst Vater, und geht zum Fluss. Dort findet er die Kinder, die ihn schon kommen sahen und sich gerade anziehen. Lächelnd geht er auf die Kinder zu:

„Alles gut, alles gut. Wisst ihr was? Da hinten wohnt eine alte Frau, und der ist es so peinlich, dass ihr hier nackt badet. Früher gab es das nämlich nicht. Geht doch ein Stück weiter den Fluss hinauf, da könnt Ihr in Ruhe baden und sie sieht Euch nicht.“

Ein paar Tage später ruft die alte Frau wieder mit überschlagender Stimme bei der Polizei an.

„Sie tun es schon wieder! Nackt! Im Fluss!“

Der Polizist schwingt sich auf sein Dienstfahrrad und fährt erneut zum Haus der alten Frau. Sie öffnet ihm die Tür, ihr Gesicht ist schon ganz rot. Wieder gehen sie zum Fenster und sie zeigt hinaus. Der Polizist bemüht sich, aber er sagt: „Ich kann nichts sehen, wo sind die Kinder, die nackt baden?“

„Na, da hinten, nackt! Mit dem Fernglas kann ich sie ganz genau sehen!“


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Ich habe schon ChatGBT gefragt, aber sie kennt die Geschichte nicht, ich dachte, sie wäre von Paul Watzlawick, aber ich finde keinen Hinweis darauf. Sie könnte aus „Anleitung zum Unglücklichsein“ sein, dachte ich jedenfalls. Wenn ich bei Google „kinder polizist baden nackt fernglas“ eingebe, dann lande ich bei der „Aktion Sicherer Schulweg“. Jedenfalls habe ich die Geschichte seit 40 Jahren oder länger im Kopf. Manche Geschichten tun das und fragen nicht, ob sie noch eine Weile bleiben dürfen. Das gilt auch für die Geschichten aus dem eigenen Leben.

Und worum geht es in der kleinen Geschichte? Vielleicht um das Wissen, dass etwas Unerlaubtes geschieht. Es geht nicht darum, dass wir es vor unseren Augen sehen. Es geht darum, dass allein das Wissen oder die Vorstellung, dass es geschieht, uns beunruhigt. Auch wenn es so weit weg ist, dass wir ein Fernglas brauchen, um es zu sehen.

Schön finde ich, dass gerade der Polizist großzügig mit dem Gesetz umgeht und die Kinder liebevoll behandelt. Er nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau, jedenfalls nicht in der kleinen Geschichte.

Manchmal frage ich mich, ob ich auch so ein Polizist bin oder ob ich nicht viel öfter eine sehr, sehr alte Frau mit einem Fernglas bin.

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