Früher gab es mehr Apotheken

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*Früher gab es mehr Apotheken*

Jedenfalls habe ich als Kind und Jugendlicher gedacht, dass die Leute offenbar ziemlich oft krank sind und dass Apotheker damit ihr Geld verdienen.

Heute sind die Apotheken rarer geworden, ebenso wie Tankstellen, Plattengeschäfte und Buchhandlungen.

Das Wort ‚Plattengeschäft‘ versteht das kleine Kind nicht einmal.

Und auf meinem 800m langen Fußweg in die Innenstadt glotzten mich die Schaufenster von elf Frisören, vier Thai-Massage-Salons und drei Nagelstudios an.

Dazu kommen Legionen von Fitness-Studios am Rande der Stadt, die körperliche Schönheit und ein ewiges Leben verheißen.

Dazu passen dann wieder die vielen Parship-Werbeplakate, vor denen ich oft überlege, welche Schauspieler das wohl sein mögen bevor mir der Schriftzug auffällt.

Vielleicht ‚bringt‘ es auch mehr, weniger die Nägel zu machen, weniger den Body zu optimieren und dafür etwas mehr mit anderen herumzuhängen als den Partner bei Agenturen zu suchen.

Jedenfalls habe ich bislang niemanden getroffen, der seinen Partner beim Coffee-to-go auf der Straße kennengelernt hat. Da helfen auch keine Werbefotos in sozialen Netzwerken.

Und wenn ich jetzt so denken würde wie früher über die Vielzahl an Apotheken, dann könnte ich denken, das Selbstoptimierung das Thema der Zeit ist.

Oder dass viele Menschen mit sich selbst nicht so richtig zufrieden sind. Aber das tue ich nicht.

Wachsen Haare heute eigentlich schneller als früher?

–

Foto vom Ron. 🙂

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