
*Modern*
An sich fühle ich mich manchmal gar nicht so alt.
Warum man jetzt zum Beispiel Autos braucht, die selbst einparken während man selbst noch zwei Züge von der Marlboro nimmt, das erschließt sich mir nicht. Man muss diese Automatik auch noch bezahlen. Ich glaube, wenn ich so ein Auto hätte, dann würde ich immer die Hände am Lenkrad lassen, damit die da draußen denken, ich könnte das noch allein. Selbst diese schon länger üblichen Piepser sind nur praktisch, wenn man noch nicht weiß, wo das Auto sein Ende hat. Danach kommt die Phase, in der man aussteigt und nachmisst, in welcher Entfernung das Piepen zum Kreischen wird. Das sind oft 15cm, mal 2 für denselben Abstand vorn macht schon 30cm, die quasi „verschenkt“ werden.
Es gibt also eine Zeit, in der ich versuche, besser zu sein als die Parkpiepser. Das scheint zutiefst menschlich zu sein, dass man versucht, unabhängig zu bleiben. Selbst eine Minibeule wäre mir da als Preis nicht zu hoch.
So ein Parkrempler ist nicht so schlimm wie Leute, die sich mehr und mehr rücksichtslos verhalten. Die bräuchten so einen Biopieper, wenn sie anderen auf den „Sack“ gehen. Sorry, ich wollte mich mal modern ausdrücken. Klappt nicht.
Das mit diesen Hashtags, das verstehe ich auch nicht richtig. Meistens sind die ganzen Hashtags länger als der gepostete Text bei Instagram.
Auf Instagram „folge“ ich jetzt übrigens Louisa.
Die war gestern im TV und sie ist eine „Influencerin“. Das bedeutet nicht, dass sie krank ist, wie ich zunächst dachte, sondern dass sie ihr Essen fotografiert und so kleine Videos postet, egal, was sie gerade macht. Ihr Freund macht das auch so. Jedenfalls folgen Louisa weit mehr als 300.000 Menschen. Ich versuche das jetzt mal zwei Tage, um herauszufinden, ob mich das verändert oder jünger macht.
„Influencer“!
Musstet Ihr das googlen? Ich schon. Das Wort gibt es erst seit 10 Jahren! „Influencer“, das sind Menschen, die in sozialen Netzwerken irgendwas machen, was dazu führt, dass andere Leute mehr Geld ausgeben als sie eigentlich wollen und sie selbst mehr bekommen als sie eigentlich brauchen.
Ist lustig, dass die, die kaum etwas zu sagen haben, zu „Influencern“ werden während gleichzeitig die, die politisch etwas beeinflussen könnten, sich am liebsten davor drücken würden.
Leider glaube ich, dass in mir auch so ein kleiner Möchtegerninfluencer steckt. Das scheint so ein neuer Trieb zu sein, ist aber auch anstrengend.
Und dafür braucht man eben die Hashtags.
Irgendwann werden die auch auf Grabsteinen auftauchen, diese Kreuzdinger.
–
Das Foto ist vom Ron. Wunderbar.
https://maddin61.wordpress.com/
Wirklich klasse, das Foto. Das Rad würde bei uns keine 5 Minuten so einsam stehen, dann wäre es schon über die Grenze!!!
Hast du schon die besten Jugendwörter 2017 gelesen ? „Influencern“ fehlt da noch. Aber reden die Jugendlichen wirklich so im Alltag ??
LikeLike
Die reden nicht so, aber vielleicht leben sie so. 🙂
LikeLike
Hu, jetzt will ich natürlich wissen, wie alt Du bist – !?
LikeGefällt 1 Person
Ist nicht das „gefühlte“ Alter das einzige, was wirklich wichtig ist? 🙂
LikeLike