Nimm 2

*Nimm 2*

Diese kleinen Pfefferminzpastillen, wie heißen die nochmal? Die mit nur zwei Kalorien pro Stück? Jedenfalls hat die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, immer solche dabei. Überhaupt haben Frauen so etwas immer am Mann, auch Taschentücher und Scheren! Ich habe die noch nie gekauft, noch nie. Vermutlich gibt es die zum Bestellen in Bürokatalogen.

Wenn ich etwas lutschen will, dann bitte ich meine Frau darum, aber sie gibt mir niemals diese Plastikschachtel in meine Hand. Sie teilt mir die Dinger zu. Und wenn eines dieser medizinisch anmutenden Dinger in meiner Hand den „touch-down“ hatte, dann sage ich stets „Mehr!“, weil ich zwei haben will.

„Nein, später, es gibt nur einen zur Zeit“, sagt sie dann seit 25 Jahren, „man nimmt nur einen, ich nehme ja auch nur einen!“

Dann quängele ich so lange mit offener Hand herum bis ich meinen zweiten bekomme. An sich bekomme ich den immer nach spätestens 2 Minuten.

Quängelei ist nervig, das weiß ich genau.
Aber sie kostet auch Lebenszeit. Wenn man von nur einer Minute täglichem Gequängele ausgeht, dann ergeben sich pro Jahr mehr als sechs Stunden. Das sind in 25 Jahren mehr als 150 Stunden. Wenn man das in Tagen umrechnen würde, kein Mensch könnte das tagelang nacheinander aushalten.

Aber die beste Ehefrau von allen, die hält das aus. Dafür bewundere ich sie.

TicTac.

So heißen die.

„Welcome To Hell“

*Welcome To Hell*

Keine Ahnung,
…. was sich die *Veranstalter* der Demonstration in Hamburg bei dem Motto „Welcome To Hell“ gedacht haben.

Viel Hirn kann da nicht drinstecken, …. auf Vergleiche mit Politikern bei den Kapazitäten verzichte ich mal.

„Welcome To Hell“ hat zwar eine doppelte Bedeutung, aber es ist ebenso flach, dumm und emotionalisierend wie „America First“.

Es gibt ja öfter Forderungen, Religionsgruppen mögen sich von Kriminellen und Terroristen in ihren Reihen stärker distanzieren. Das ist berechtigt.

Diese Chance für Distanzierung haben die „Nasen“ der Organisation mit ihrem Motto für Hamburg schon vorher ebenso vergeben.

Ob das klug war?
Hilft das der Sache?

Sich auf das Niveau diverser „Anführer“ der Welt zu begeben, das soll eine bessere Welt verheißen?
Wir sind gespannt.

 

 

13°C sind nicht 13°C, Teil 2

*13°C sind nicht 13°C, Teil 2*

 

Und jetzt müssen wir mal am Thermometer etwas rubbeln, denn nun geht es an die wirklich heißen Fragen.

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Dieselbe Gattin ist nämlich auch nicht immer dieselbe! Und derselbe Ehemann ist auch nicht immer derselbe! Also abgesehen vom Blick von außen.

Sie sind immer so verschieden, besonders die Frauen. Das mit den Männern habe ich nur geschrieben, damit sich hier keine beklagt.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, sah gestern an ihrem Geburtstag wieder überragend aus. „Marine-Look“ mit blauen und weißen Streifen! Wenn ich sie nicht schon kennen würde, dann würde ich das loben und fragen, für welches innere Gefängnis die Streifen stehen.

Diese Chance hat man ja nur beim ersten Mal.

Oder wenn sie in meinem Café einschwebt, dann heben auch junge Männer den Kopf und vergessen für einige Sekunden ihr facebook-posting! Aber wenn sie dann neben mir dekorativ in den Sessel fällt, dann sagt sie zum Beispiel solche Sätze wie:

„Du hast schon wieder vergessen, das Licht im Keller auszumachen!“

Da muten die Marinestreifen plötzlich doch an als hätte sie die Aufsicht für die Gefangenen übernommen.

Frau ist nicht gleich Frau, aber hier ist es nicht wie bei Nutella, hier schmecken die kleinen Gläser nämlich nicht so. Da ist die Hülle des großen Glases, natürlich ganz selten, besser. Schmeckt auch, aber es muss auch viel ‚drin‘ sein. Da wünscht Mann sich manchmal einen lichtdurchfluteten Keller ohne Elektrizität. Das kann man symbolisch verstehen, muss Mann aber nicht.

Dass es mit Männern auch nicht einfach ist, das habe ich heute wieder bei Liane vertieft. Also nochmal neu gelernt, nicht, dass hier …. Missverständnisse aufkommen.

Ihr Freund schenkt ihr „nie“ etwas zwischendurch, Blumen oder Modeschmuck, „nur alte Autos“ und so. Als sie kürzlich ein Pröbchen des „überragenden“ Mercedes-Benz-Duftes hatte, hatte sie gehofft, dass er ihr das kauft.

Aber er hat nur „ja, schön“ gesagt und hat sich zum Ausgang bei Douglas umgedreht.

Ihr letzter Freund hat ihr „immer“ Geschenke gemacht, Blumen, Kerzen, alles! Aber der sei eben trotzdem ein „Arschloch“ gewesen, das kam im Nebensatz. Nebensätze sollten zu Hauptsätzen befördert werden, jedenfalls die weiblichen.

„Willst Du den denn zurückhaben?“, habe ich gefragt. Wollte sie aber doch nicht, aber gern mehr „Aufmerksamkeiten“.

Dann habe ich ein „Kauf‘ mir das, bitte!“ empfohlen, aber das fand sie wieder blöd, denn das müsse „von allein“ kommen. Aber Männern muss man ziemlich viel sagen, sogar das mit dem Licht im Keller! Meine Frau sagt auch alles, …. sogar immer wieder!

Das ist aber echt schwierig, weil der Neue von Liane das mit ihren Wünschen nach Geschenken jetzt kennt. Und wenn er ihr *jetzt* etwas schenkt, dann denkt sie:

„Nur, weil ich das gesagt habe!
Von *selbst* kommt er da nicht drauf!“

Und nun frage ich mich, was ich anstelle des Ihrigen täte. Eine echte „no win-no win“-Situation!

Da war ich ganz froh, dass ich das mit dem Licht vergessen hatte, da fallen die dicken Fehler weniger auf.

 

 

 

13°C sind nicht 13°C

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*13°C sind nicht 13°C*

 

Es ist ja Sommer und am Morgen reichen ein T-Shirt und ein leichtes Jackett für das mobile Telefon, die Schlüssel, die Hundekotbeutel, das Ladekabel, die Zigaretten, das Feuerzeug, das Portemonnaie, die Sonnenbrille, die Taschentücher und den diversen anderen Kleinkram, den man ja immer dabeihaben muss.

Aber Heiligabend im letzten Jahr hatten wir auch 13°C und man trägt einen Schal und eine dicke Lederjacke gegen das Dezembergefühl. Lange Unterhosen wären zwar übertrieben, aber im Vergleich fühlt sich die Bekleidung am Jahresende schon wie Schurwolle an. Jahreszeiten erkennt man besser an den Klamotten als am Thermometer.

13°C sind nicht immer 13°C.

„Ist das so, ja?“, würde jetzt der Hüne dieses Hauses nachfragen. Aber das würde er auch sagen, wenn ich behaupten würde, dass Nutella aus den kleinen Gläsern einen besseren Geschmack als das andere Nutella aus den großen Gläsern hat.

Er fragt oft „Ist das so?“

Das machen viele junge Leute heutzutage. Und er sagt auch „Achtzehnhundert“, wenn ich frage, wann er zurückkommt. Das bedeutet 18:00 Uhr. Er sagt auch „Nullneunhundert“, aber ich weiß nicht, ob man das getrennt schreiben sollte.

„Ist das so?“, das setzt mich immer etwas unter Druck, Zweifel an mir selbst aufzubauen.

Bei Nutella jedoch passiert das nie, denn je kleiner das Glas, umso besser schmecken auch Marmelade und Honig.

Und?

„Ist das so?“

 

Die Untertänigkeit des Dieners mästet den Meister

*Die Untertänigkeit des Dieners mästet den Meister*

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Ist es nicht wundervoll?

Das hat mir eben Ira, die Frau mit der Badewanne im Wohnzimmer, quasi auf einem Cappuccino präsentiert!

Und es zeigt die Abhängigkeit der „Meister“ von ihren „Dienern“. Oder wie kann man das noch verstehen? Politisch? Menschlich?

Bei „Mast“ denkt man ja schnell an’s Schwein.

Das Zitat ist aus „Hyde/Jekyll“ in Baden-Baden nach Robert Lewis Stephenson (Text von Stephan Teuwissen). Und die Ira hat’s gesehen. Sie erinnert sich besser an einzelne Zitate als den Gesamtzusammenhang, hat sie gesagt.

In ihrer Wanne ist das anders, da spricht sie nie von einzelnen Tropfen.

„The dirt of gossip blows into my face, and the dust of rumors covers me. But if the arrow is straight and the point is slick, it can pierce through dust no matter how thick.“

Vom wem das ist, das muss man nicht mehr sagen. Aber wenn das der Donald jetzt für sich reklamieren würde, dann würde mir die Zeile aus „Restless Farewell“ nicht mehr so gut gefallen wie vorher.

Marlon Brando wusste von wem das ist, er hat einmal gesagt:

„The two loudest things I’ve ever heard are a freight train going by, and Bob Dylan and the Band.“

 

Für alle Angeber und Besserwisser erinnerte Ira sich beim Auslöffeln des Zuckers vom Boden der Tasse noch an:

„Ihr seid die Glocke Eurer eigenen Taten“.

Das ist auch toll, aber im Original in ‚Maria Stuart‘ heißt es:

„Und seid die Glocke Eurer Taten. Das ist Eure Weise, Lord. Die meine ist, erst handeln und dann reden!“

Ich mag Iras Version lieber obwohl das Original wir uns manchmal auch auf die Fahne schreiben könnten.

 

 

 

Der Fiat

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*Der Fiat*

Ich hatte wirklich noch nie einen Fiat, aber jetzt hatte ich einen 500er in diesem wunderschönen Braun.

Warum ich als Begleiter der Klassenfahrt ein Auto im Zug mitnehmen musste, das weiß ich nicht mehr. Ich habe mich sogar mit einem anderen Mann nett auf dem Bahnsteig unterhalten.

Dann kam die schwer verständliche Durchsage, dass der Zug aus einem anderen Gleis abfährt. Der Vater des anderen Kindes nahm ein Fahrrad und fuhr damit zum anderen Bahnsteig, ich musste mit dem 500er um den ganzen Bahnhof herum.

Mit dem Wägelchen auf den Bahnsteig zu kommen, das war nicht so einfach, aber über eine Rampe ging es dann. Als mir einfiel, dass ich meinen Kulturbeutel zuhause vergessen hatte, da habe ich das noch der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, geschrieben. Vielleicht auch noch ein paar andere Mails.

Als ich wieder hochschaute aus meinem Fiat 500, da sah ich noch wie die Kinder mir zuwinkten, dann war der Zug weg.

Dann kam noch eine Mail rein und ich bin aufgewacht.