*Unrein*
Ich selbst würde mich gar nicht als „unsauber“ bezeichnen, also solange man das gedanklich Schmutzige mal weglässt. Das bleibt von außen unsichtbar und das ist auch gut so. Wenn man das sehen könnte, dann wäre die Welt ausschließlich von Schmutzfinken bevölkert.
Jedenfalls verlasse ich morgens das Haus niemals ungeduscht. Rasieren, das mache ich an sich immer freitags, genauso wie ich montags zur Bücherei gehe. Der Mensch braucht gewisse Rhythmen auch ohne Musik.
Allerdings verändern sich die Gewohnheiten beim Thema Reinlichkeit, wenn man sich einen Hund anschafft, … minimal.
Der will ja morgens gleich raus und es ist mühsam, einem Tier die Notwendigkeit einer Dusche zu erklären. Wenn ich das Duschen also auf 8:00 verschieben muss, trage ich die ersten drei Stunden am Tag einen sehr albernen Hut, der etwas an Gene „Popeye“ Hackman in „French Connection“ erinnert. Sonst stehen die Haare so wild in alle Richtungen und wirken wie eingefrorene Gesten von Pep Guardiola.
Ich liebe Pep hauptsächlich wegen der Gesten, der Mimik und seiner Anzüge. An sich finde ich an Pep alles gut. Ich glaube auch, dass der morgens duscht obwohl man das an seinen Haaren nicht sehen kann. Einen Hund hat Guardiola bestimmt nicht und wenn der einen hätte, dann hätte er sehr genaue Vorstellungen vom Verhalten seines Hundes. Ein Typ für Katzen ist er auch nicht. Ich traue ihm zuerst ein Aquarium zu, weil das einen Menschen fast so beruhigt wie die Anwesenheit von Hunden und Katzen.
Nein, ich schreibe jetzt nichts über Frauen. Frauen sind da in gewisser Hinsicht „Zwischenwesen“. Wenn sie wollen, können sie wie ein stilles Aquarium sein, aber sie wollen selten. Sie wollen mehr den Fisch im Mann, also diese Ruhe des Fisches im Mann. Ansonsten sind sie auch gefährlich wie ein schwarzer Panther. Jedenfalls sollte man sie nicht unnütz reizen, die Frauen.
Dieser Text könnte jedenfalls den Panther im Weibe wecken, aber das kann ich nicht gut einschätzen. Ehrlichkeit ist nicht immer praktisch.
Und gestern bin ich mit der ‚Mutter‘ von Ebba wieder ins Gespräch gekommen. Also Ebba ist eine Pudelhündin und ich wollte nicht „Herrin“ schreiben. „Frauchen“ ist frauenfeindlich und „Mutter“ falsch, denn sie hat glattes Haar. Ich weiß auch nicht, was ich schreiben soll. „Besitzerin“ ist wieder hundefeindlich.
Das Leben ist heute ein Slalom zwischen Fettnäpfchen, so scheint es zeitweise.
Die ist sehr ordentlich und sympathisch, aber als ich neben ihr ging und die Hunde tobten, da versuchte ich jeden Matsch im Regen zu umgehen und mied vorsichtig den Schritt in die den grauen Himmel spiegelnden Pfützen. Sie aber sprach und schaute nicht. Sie trat in jede Pfütze auf ihrem geraden Weg, weil sie sich eben auf Hunde konzentrieren kann. Sie hat auch nicht kommentiert, dass ich die brauen Brühen mied.
Das ist wirklich eine tolle Frau mit Hund.
Ich weiß nur, dass der Hund Ebba heißt.
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