Kopfkino

*Kopfkino*
Also ich habe da seit vielen Jahren ein Phänomen, das meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, nicht versteht.

Immer, wenn ich eine neue 500g Packung Kaffee aufreiße und die 500g in die alte Dose schütte, bin ich Steve Martin in „Dead Men Don’t Wear Plaid“ oder „Tote tragen keine Karos“.

Der Film ist nun wirklich schon älter. Aber wenn meine Frau den Kaffee aufgefüllt hat, ärgert mich das schon, weil mir dieses Privatdetektivgefühl entgangen ist.

Genauso ist das, wenn ich eine wenig befahrene Straße mit leichter Steigung hochgehe. Dann bin ich gleich in „Paris, Texas“ und habe das Gefühl, dass mir nur noch eine rote Kappe fehlt. Im Norden gibt es weniger Steigungen als neue Kaffeepackungen, deshalb denke ich auch an Nastassja Kinski seltener als an ein „Cleaning Woman“.

Das ist etwas schade.

Halloween zum Beispiel muss ich an alle Dracula-Filme denken sobald ein Kind mit einem schwarzen Umhang klingelt. Meistens steht mir gedanklich dann Nastassjas Vater mit langen Fingernägeln gegenüber.

Das ist fast so wie mit Igeln:
Bei wirklich jedem echten Igel, den ich sehe, auch überfahren auf der Landstraße, kommen Friedrich Dürrenmatt und Gert Fröbe in „Das Versprechen“ gedanklich von einer Tankstelle.

Danach kommt der Appetit auf einen Schokoladenigel.

Wo bekommt man Schokoladenigel?

Meine Frau denkt manchmal an „Harry & Sally“, weil sie Meg Ryan so gern mag. Also die erste Meg Ryan, nicht die zweite nach den Korrekturen.
Jedenfalls liebt sie die Szene mit der „Sahne auf einem Extrateller“.

So etwas hätte ich auch vermutet, wenn ich sie nicht gefragt hätte.

Und Ihr? 🙂

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