Das Internet
Gestern hatte ich wieder meine sophistische Runde, einen Lesekreis zu philosophischen Texten und Fragen.
Fast nur Männer.
Also „Solaris“ von Lem, falls das jemand wissen will …. packt mich nicht, egal, man kommt eh vom Thema ab.
Die Frage kam aus dem Nichts:
„Ist das Internet real oder ist das eine andere … virtuelle Welt?“
Oder so ähnlich, es waren schon einige Flaschen Rotwein verköstigt worden, genau weiß ich das auch nicht mehr.
Wie real ist das Internet?
Ich habe versucht unserer Tochter (9yrs) zu erklären, dass ich früher keinen Computer hatte, kein Handy, kein Tablet und auch kein Navi. Keinen CD-Player, keine Spiele mit Elektronik und keine Wii und nicht mal einen Videorecorder, aber Vinyl, Kassetten und Tonbänder zum Aufnehmen aus dem Radio.
Und dass das heute so praktisch ist, das habe ich auch gesagt, aber ich habe auch ergänzt, … dass man sich beschränken sollte und nicht mehr als eine halbe Stunde am Tag …. blabla … das klappt auch ganz gut hier.
Sie:
„Ja, Papa, eines verstehe ich aber nicht: Wie seid ihr denn dann ins Internet gekommen?„
–
Vorgestern war hier wieder einer dieser Poetry Slams „Dead Or Alive“ im Großen Haus des Theaters, wunderbar.
Ich schreibe das nur, weil es eben seeehr spät wurde. Gegen 2.00 morgens komme ich zurück und gucke immer, ob in den Zimmern alles in Ordnung ist.
Mein Sohn schläft … hört mich irgendwie doch, hebt den Kopf in völliger Dunkelheit und fragt:
„Was ist mit dem WLAN?“
Dann fällt der Kopf wieder runter und er schläft wieder.
Das Internet ist real.
Man merkt erst, wie wichtig es ist, wenn es nicht geht.