*Mit dem Auto*
Dieser 82er Golf Diesel in bordeauxrot, einer der schrecklichsten denkbaren Farben, hat in Südfrankreich damals 3,8 Liter Diesel verbraucht.
Das war vor 34 Jahren und der Wert konnte durch seine Söhne und Nachkommen nie wieder erreicht werden, nicht mal mit Schummeln. Er war mehrfach in Paris und jedes zweite Wochenende aus privaten Gründen in Trier. Nach Paris war es in der „Ausbildung“ bei der Luftwaffe bei Eindhoven näher als an die Ostsee. Viel zu lernen gab es in Paris, nicht bei Eindhoven. Die Gründe für Trier lassen wir weg und einigen uns darauf, dass man in Luxemburg einfach günstig tanken und rauchen konnte. Und den Namen Lolita fand ich damals gut.
Mit dem Golf fuhr ich so wie früher mit dem Käfer und an sich läuft das heute ebenso. Jedenfalls fragt die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, des Öfteren ob ich „nicht etwas schneller fahren könnte“.
In frühen Jahren tat ich das ja auch, von Freiburg an die Ostsee in sechs Stunden. Aber nachdem mal bei 190km/h hinter einer Bergkuppe ein Stau war, habe ich mich wieder auf Käfer-Fahrweise zurückentwickelt.
(Nur in anderen Ländern, deren vorherrschende Fahrweise ich liebe … wie Frankreich bis in die 90er und Italien speziell in den 80ern … passe ich mich komplett an. Jetzt haben die da auch Striche zwischen den Fahrspuren und der Spaß ist nicht mehr derselbe.)
Man kann im Sommer auch einen Schnitt von über 110 fahren, aber dann braucht man zwischendurch Zeit, um die Insektenleichen von Kühler und Scheibe zu entfernen. Das dauert ja etwas und dann bin ich mit 95 schon wieder vorbei. Bis 95 hab ich fast nie Tote auf der Scheibe. Ich kann schmutzige Scheiben nicht leiden.
Sogar wenn sie gar nicht schmutzig sind, putze ich die gern. Das beruhigt ebenso wie die wöchentliche Autowäsche für zweimal 0,50€ in der Selbstwaschanlage. Natürlich muss man eine eben genutzte Box nehmen, wo man noch Schaum am Boden sieht. Das spart den dritten 50er.
Manchmal wasche ich auch zweimal in der Woche, aber nur, wenn ich Zeit zum Nachdenken brauche.
Saugen mache ich nebenan, da kostet das nichts, und mein Auto ist ja nie dreckig, daher lassen die mich immer saugen. Ich mache das gar nicht wegen der weiteren 50 Cent sondern weil man dabei so hektisch wird und weil es nervt, wenn man den vierten Sitz trotzdem nicht mehr schafft.
Heute komme ich mit dem Benziner in Dithmarschen nur auf 4,9 Liter Super Plus. Mit Super 95ROZ geht das nicht, da steht eine „5“ vor dem Komma. Die FDP würde das auch super finden. In Dithmarschen gibt es lange Geraden, auch einspurige. Unter 110 fährt da kaum ein Einheimischer, das ist immer wieder ebenso beeindruckend wie die ganzen Kreuze an den wenig befahrenen Straßen.
Was ja völlig unterschätzt wird, ist der *Geruch* von Automobilen. Christian hat mir vor 25 Jahren erzählt, dass er stets einen Spritzer teuren Herrenduft hinter die Kupplung spritzt.
Das ist zum Beispiel eine feine Sache, aber man braucht eben einen teuren Herrenduft und eine Kupplung. Er nahm stets Egoiste, das passte auch recht gut.
Ich bitte jeden, der mich jemals in sein Auto steigen lässt, vorher alle Wunderbäume und andere Chemiekeulen zu entfernen.
Kaffee-Bohnen in einem Karton unter dem Fahrersitz duften viel besser, vor allem, wenn man gut heizt im Winter. Dann duftet es wie in einer Rösterei. Tee habe ich noch nicht probiert, weil ich den nicht trinke. Auch gegen leichten Zigarettengeruch sind Kaffeebohnen mit ihren ätherischen Ölen ein probates Mittel. Ein Viertelpfund sollte es aber schon sein.
Und bitte *Bohnen*. Die duften länger und sind leichter wegzusaugen, wenn man den Karton umkippt.
Meine Kinder treten nie von innen gegen die Türen, sie wischen feuchte Scheiben nicht mit der Hand klar. Der Hund leckt auch nicht von innen an den Scheiben. Das habe ich mal erklärt.
Bei der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, ist *alles* anders.
„Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand“, ist so ein typischer Satz, den ich respektieren muss.
Und sie flucht und schimpft beim Fahren wie ein Droschkenkutscher. Das ist mir ja viel zu anstrengend. Weil ich später ankomme, sind solch heikle Situationen auch meist längst vorbei. Andererseits bin ich immer wieder erstaunt, wie viele böse Wörter ihr trotz wirklich guter Erziehung einfallen.
Ach so, meine Kurze habe ich dann mal gefragt, warum ich mein Auto von innen kaum putzen muss, das meiner Frau aber schon …. obwohl identische Kinder darin sitzen.
Das kluge Kind sagte:
„Mama ist das egal.“